Lübeck, Montag, den 14.09.26. Wie kann die psychotherapeutische Versorgung trotz geplanter Einsparungen gesichert werden?
Über diese Frage tauschten sich Betroffene sowie Vertreter*innen aus Politik, Psychotherapie und sozialen Einrichtungen in Lübeck aus. Zu der offenen Gesprächsrunde hatte die Lübecker Psychotherapeutin Eva Rückemann eingeladen. Auch unser Geschäftsführer Frank Nüsse nahm für DIE BRÜCKE Lübeck und Ostholstein teil. Zu den weiteren Gästen gehörte unter anderem Mitglied des Bundestages und SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf. Der NDR begleitete die Veranstaltung und berichtete über den Austausch (Externer Link zum NDR-Bericht…)

Hintergrund ist das GKV-Stabilisierungsgesetz, das eine Mengenbegrenzung für ambulante Psychotherapien ab Januar 2027 vorsieht. Ein fester Finanztopf könnte dazu führen, dass weniger Behandlungen vollständig von den gesetzlichen Krankenkassen finanziert werden. Fachleute und Betroffene befürchten dadurch noch längere Wartezeiten und eine deutliche Verschlechterung der Versorgung.
Aus unserer Sicht ist eine verlässliche und niedrigschwellig erreichbare psychotherapeutische Versorgung von großer Bedeutung. Viele Menschen mit psychischen Erkrankungen warten bereits heute monatelang auf einen Therapieplatz. Weitere Einschränkungen könnten ihre Situation verschärfen und auch Angehörige sowie unterstützende soziale Angebote zusätzlich belasten.
Die persönlichen Berichte der Betroffenen machten deutlich, welche Folgen die geplanten Kürzungen haben könnten. Tim Klüssendorf betonte, dass weiterhin Gesprächsbedarf bestehe und Veranstaltungen wie diese wichtig seien, um die Menschen hinter den Zahlen wahrzunehmen. Nach zahlreichen Protesten hat der Bundestag inzwischen mögliche Anpassungen in Aussicht gestellt.
Wir meinen, es sollte dabei das Ziel im Mittelpunkt stehen, notwendige Psychotherapie weiterhin für alle betroffenen Menschen zugänglich zu halten.